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Im Rahmen des durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg geförderten Projektes "Coaching Ehrenamt" fanden folgende Veranstaltungen statt:

Vortrag + Exkursion

Freitag, den 17. 10.2014, von 14:30 - 17:30 Uhr, in der Zentrale des Landkreises Märkisch Oderland in Seelow, Puschkinplatz 12, Haus C, Raum 208
Prof. Dr. Hans-Walter Louis

Der Großteil für den Artenschutz relevanter Daten aus Bestandserfassungen wird heute von ehrenamtlich engagierten Naturschützern erhoben. Dabei bewegen uns zahlreiche Fragen zur Nutzung und Speicherung dieser Daten:
1. Welche Rolle spielen ehrenamtlich erhobene Daten bei raumrelevanten Planungen bzw. Bauvorhaben?
2. Wer verwaltet diese Daten und wie werden sie archiviert?
3. Wer kann auf die Daten zugreifen und wie verhält es sich mit sensiblen Daten wie etwa Ortsangaben von Greifvogelhorsten? ...

Um diese und weitere Fragen zu beantworten, haben wir mit Prof. Dr. Hans-Walter Louis einen Experten auf dem Gebiet des Naturschutzrechts eingeladen. Prof. Louis wird uns u.a. eine Einführung in rechtliche Rahmenbedingungen, die Zuständigkeit der Behörden, die Belastbarkeit von Fund-Daten in Abhängigkeit vom jeweiligen Vorhaben sowie die Verwaltung und Sicherung der Daten geben. Im Anschluss freuen wir uns auf einen Bericht aus der Praxis der unteren Naturschutzbehörden durch Jürgen Trakat. Alle Teilnehmer haben zudem die Möglichkeit, die Inhalte der Veranstaltung durch eigene Fragen wesentlich mitzugestalten.

Exkursion

Samstag, den 06.09.2014, um 9:30 Uhr, in den Oderwiesen nördlich Frankfurt (Oder)
"Stromtalpflanzen der Oder"

Thomas Lüdicke (Hochschule für nachhaltige Entwicklung, Eberswalde)
und Hubert Storch (Fachgruppe Botanik, NABU Frankfurt (Oder))

Stromtalpflanzen sind Pflanzen verschiedenster taxonomischer Gruppen, die sich an die Dynamik von Flüssen angepasst haben. Sie wachsen an Standorten, wo durch wechselnde Wasserstände und Ablagerungen von Sand und Schlick für andere Pflanzen schwierige Bedingungen herrschen. Heute sind Stromtalpflanzen durch bauliche Eingriffe in die natürliche Dynamik unserer Flüsse gefährdet und konzentrieren sich auf naturnahe Abschnitte von Oder, Rhein und Elbe.

Bei einer Exkursion in das FFH-Gebiet "Lebuser Odertal" möchten wir Gelegenheit bieten, Stromtalpflanzen der Oder zusammen mit dem Botaniker Thomas Lüdicke und der örtlichen NABU Fachgruppe Botanik zu entdecken. Von Norden aus möchten wir die Oderufer im Gebiet erkunden, um viele interessante Arten wie z.B. die Schwanenblume (Blume des Jahres 2014) oder den Schwimmfarn zu sehen.

Workshop

Samstag, den 23.08.2014, von 10 bis 16 Uhr, Geschäftsstelle des LPV (Lindenstr. 7, Frankfurt (Oder))
"Grundlagen der Naturfotografie"
Gernot Preschel (BUND Kreisverband Frankfurt (Oder))
und Toralf Schiwietz (LPV Mittlere Oder)

Das Motiv? Ergibt sich doch von selbst. Die Belichtung? Macht meine Kamera doch automatisch. Bildaufbau? Das sehen wir dann schon. Wir alle fotografieren, doch nicht alle von uns sind Fotografen. Die Fotografie ist eine Kunst, eine Fertigkeit, die Kenntnisse über die zugrundeliegende Technik ebenso voraussetzt wie das berühmte "Gespür" und den "Blick" für das gute Foto. Auch Geduld und Übung sind Zutaten, die Knipsen in Fotografieren verwandeln.

Eine wichtige Voraussetzung für die Naturfotografie bringen wir Naturschützer bereits mit. Wir sind gerne in der Natur, wir wissen, wie wir uns dort verhalten müssen und wir beobachten aufmerksam. Drückt man uns dann noch eine Kamera in die Hand, sind wir nur noch ein paar Ratschläge von einem Foto entfernt, das die Schönheit der Natur klarer ausdrückt als es Worte jemals könnten. Und dieses Foto kann Naturschutz eine Stimme geben, die wir oft unterschätzen. Denn Bilder sprechen eine leicht verständliche Sprache, die ausnahmslos alle Menschen berührt und so alle Themen - auch Naturschutz - transportieren kann.

Um die technischen Grundlagen zu erlernen, die uns bislang von einem wirkungsvollen Foto trennen, möchten wir einen Praxisworkshop zur Naturfotografie anbieten. Geleitet wird der Kurs von zwei erfahrenen Naturschützern und Naturfotografen - Gernot Preschel und Toralf Schiwietz. Im Workshop wird es neben der Theorie Praxisteile geben, in denen die Teilnehmer das Erlernte ausprobieren und eigene Aufnahmen in der Gruppe auswerten können.

Falls vorhanden, sollte die eigene Kamera mitgebracht werden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Für Speis’ und Trank ist gesorgt.

Exkursion

Donnerstag, den 05. Juni 2014, 18:00 Uhr, Obstanlagen am Messegelände in Frankfurt (Oder)
"Pflanzenschutz im modernen Obstbau unter Berücksichtigung von Biodiversität und Umweltschutz"
Ulrike Holz
(Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung)

Der Begriff "Pflanzenschutz" ist bei Naturschützern nicht unbedingt positiv belegt. Schnell entstehen Bilder im Kopf von Gift sprühenden Flugzeugen, kargen Monokulturen und sterbenden Bienenvölkern. Tatsächlich hat sich der Pflanzenschutz weiter entwickelt als es unsere Vorstellungen zulassen und ein großer Forschungszweig optimiert stetig das Verhältnis vom Schutz der angebauten Kulturpflanzen zu dessen Auswirkungen auf die Umwelt und Organismen, die ohne (negativen) Einfluss auf die Kulturpflanzen sind.
Das Hauptproblem des Obst-, Gemüse- und Feldbaus besteht heutzutage in der hohen Produktivität, die von hochgezüchteten Pflanzensorten verlangt wird, um einen Markt zu bedienen, der durch den Anbau nach rein ökologischen Maßstäben nicht befriedigt werden könnte. Hier müssen wir uns auch oft an die eigene Nase fassen. Denn ein Markt, auf dem ein Apfel eine bestimmte Form und Farbe erreichen muss und keinen Makel oder gar eine Faulstelle aufweisen darf, ist nicht etwa eine Laune der Agrarindustrie, sondern allein vom Konsumenten und dessen Wünschen bestimmt.
Pflanzenschutz berührt viele gesellschaftliche Themen, die im Natur- und Umweltschutz von großer Bedeutung sind. Wir möchten deshalb in einer Veranstaltung einen umfassenden Einblick in den modernen Obstbau bekommen und dabei mit manchem Vorurteil aufräumen und auf Augenhöhe diskutieren. Ulrike Holz, Pflanzenschutzexpertin des Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung, ist hierfür eine kompetente und beliebte Ansprechpartnerin. Bei einem Besuch in einer Obstanlage in Frankfurt (Oder) wird sie uns einen Einblick geben in die biologische Vielfalt in Obstanlagen, wird Krankheiten und Schadbilder vorstellen, über den Umgang mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln aufklären und anhand praktischer Beispiele vor Ort aufzeigen, wie Obstanbau und Pflanzenschutz heute funktionieren und ineinander greifen.

Treffpunkt ist der Eingang zur Obstanlage (Nähe "Zum Umspannwerk" 3)

Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung im Falle schlechten Wetters in einem Raum im Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung, Müllroser Chaussee 54, 15236 Frankfurt (Oder), Raum 301 (Dachgeschoss), 1. Backsteingebäude neben dem Land- und Amtsgericht, stattfinden wird.

Exkursion

Samstag, den 24. Mai 2014, 14:00 Uhr, Am Schlosssee in Alt Zeschdorf
"Der Naturlehrpfad am Schlosssee Hohenjesar"
Kurt Grzywna
(Heimatverein "Am Schlosssee" e.V.)

Naherholung und Umweltbildungsangebote in der Natur sind Strategien, um neben der Entwicklung des Naturtourismus auch die Akzeptanz der lokalen Bevölkerung für den Naturschutz zu erreichen. Im schönen Alt Zeschdorf, einem Dorf im Osten der Lebuser Moränenplatte im Landkreis Märkisch Oderland, werden die Werte des Naturschutzgebietes „Treplin - Alt Zeschdorfer Fließtal„ und des Landschaftsschutzgebietes „Trepliner Seen, Booßener und Alt Zeschdorfer Mühlenfließ„ dem Besucher auf verschiedene Arten zugänglich gemacht. In der naturtouristischen Entwicklung, der Infrastruktur und der Zahl der Umweltbildungsangebote setzt Alt Zeschdorf vorbildliche Maßstäbe, ohne seine besondere Natur zu übernutzen.
Im Juni 2001 wurde mit dem Naturlehrpfad um den Schlosssee bei Hohenjesar ein wichtiger Grundstein dieser Erfolge gelegt. Der 2,5 km lange Wanderweg bietet dem naturinteressierten Besucher neben dem erholsamen Naturerlebnis auch wertvolle Informationen auf Schautafeln zu Flora und Fauna im Gebiet. Entlang des Weges werden die dort zu sehenden Baumarten wie Weißbuche, Hängebuche, Flatterulme, Schwarzkiefer, Traubenkirsche, Rosskastanie oder die gewaltigen Platanen vorgestellt sowie die im Feuchtgebiet lebenden Tierarten wie Fischotter, Biber oder Rotbauchunke. Auch zwei Quellen, die „Froschwiese„ und ein Fledermausquartier wurden in den Lehrpfad integriert. Initiator des Naturlehrpfades war der heimatverbundene Forstwirt Kurt Grzywna, der durch seine frühere Tätigkeit als Bürgermeister und durch seine langjährigen Aktivitäten als Gründungsmitglied und Vorsitzender des Heimatvereins am Schlosssee e.V. einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung des Dorfes geleistet hat.
In einer von Kurt Grzywna geführten Exkursion möchten wir den Naturlehrpfad am Schlosssee als ein Beispiel für lokale Entwicklungsstrategien durch ehrenamtliches Engagement vorstellen. Der „Vater„ des Lehrpfades wird dabei neben der Entwicklung des Lehrpfades auch über die Geschichte der Region informieren. Selbstverständlich wird jeder Teilnehmer der Exkursion auch die Flora und Fauna des Gebietes kennenlernen und den Erholungswert der Region leibhaftig spüren können.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung unter 0335 / 680 31 79 oder info@lpv.mittlere-oder.de!
Treffpunkt ist der Parkplatz an der Reithalle (Seeberg 1, Alt Zeschdorf).

Workshop

Mittwoch, den 14. Mai 2014, 15:30 Uhr im OG30 des Gauß-Gymnasiums, Friedrich-Ebert-Str. 52, Frankfurt (Oder)
"Arbeit mit Eulen-Gewöllen"
Dr. Beatrix Wuntke
(Landesfachausschuss für Säugetierkunde)
& Dr. Ole Müller (Schulamt Frankfurt (Oder))

Gewölle oder "Speiballen" sind von Greifvögeln, Eulen und anderen Vögeln hervorgewürgte Ballen aus unverdaulichen Teilen ihrer Beute wie Haaren, Federn, Insektenpanzern oder sogar Knochen im Falle der Eulen. Eulengewölle finden sich auf Kirchendachböden, in Ställen und Scheunen, an alten Trafotürmen sowie unter Fenstersimsen, die von den Eulen als Ruheplatz genutzt werden. Insbesondere die Knochen enthaltenden Eulengewölle sind wertvolles Untersuchungsmaterial. Denn mit ihrer Hilfe können Fachkundige u.a. die Nahrungsökologie der jeweiligen Eulenart oder das Vorkommen der als Beutetiere genutzten Wirbeltiere untersuchen.

Viele von uns stoßen in der Naturschutzarbeit regelmäßig auf Gewölle von Greifvögeln, Falken und Eulen. Doch nur Wenige fühlen sich fachlich in der Lage, diese auf ihren Inhalt hin zu untersuchen. Wir möchten deshalb zu einem Workshop mit zwei Experten auf dem Gebiet der Gewölleanalyse – Dr. Beatrix Wuntke und Dr. Ole Müller – einladen, bei dem das Sammeln, Aufarbeiten und Archivieren von Gewöllen am Beispiel der Eulen vermittelt werden soll. Mit Hilfe eines einfachen Bildbestimmungsschlüssels und unter fachlicher Anleitung werden wir lernen, Gewölleinhalte sicher zu diagnostizieren und aus den Ergebnissen der Analyse ökologische Daten zu gewinnen und zu deuten.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir für diese Veranstaltung um vorherige Anmeldung!

Exkursion

Donnerstag, den 24. April 2014, 09:00 Uhr im NSG Fauler See/Markendorfer Wald
"Botanische Exkursion in die Trockenrasen des NSG Fauler See/Markendorfer Wald"
Hubert Storch (Leiter der Fachgruppe Botanik, NABU Frankfurt (Oder))
& Werner Weiß (Autor der Reihe „Natur-Tagebuch“)

Pünktlich zum Saisonbeginn möchten wir zu einer gemeinsamen Pflanzenbestimmung im Naturschutzgebiet Fauler See/Markendorfer Wald einladen. Das Naturschutzgebiet im Süden des Stadtkreises Frankfurt (Oder) beherbergt auf einer Gesamtfläche von 171 ha neben naturnahen Eichenmischwäldern und Gewässern auch Sandtrocken-rasen, Kalk-Trockenrasen und Trockenheiden, welche auf die ehemalige militärische Nutzung des Gebietes zurückgehen.

Wir möchten auf diesen Trockenrasen gemeinsam mit der Fachgruppe Botanik des NABU Frankfurt (Oder) unter der Leitung von Hubert Storch und Werner Weiß auf Entdeckungstour gehen. Dabei soll das Erlernen der eigenständigen Bestimmung von Blütenpflanzen mittels Fachliteratur im Vordergrund stehen. Außer Schutz vor der Witterung, guter Laune und Neugier brauchen Sie nichts mitzubringen.

Treffpunkt ist der Parkplatz vor dem Schießsportzentrum Frankfurt (Oder).

Vortrag

Samstag, den 19. April 2014, 15:30 Uhr, Ökospeicher Wulkow
"Erhalten, Haushalten & Maßhalten - Naturschutz und Landnutzung in Brandenburg"
Professor Michael Succow
(Michael Succow Stiftung, Greifswald)

Brandenburg stimmt uns Naturschützer nachdenklich. Haben wir nicht letzte Kleinode deutscher Natur? Beherbergt unser schönes Bundesland nicht Kostbarkeiten, für die uns Naturliebhaber in ganz Deutschland und darüber hinaus beneiden? Warum also gelangen wir zu Berühmtheit für die Geschwindigkeit, mit der die Intensivierung der Landwirtschaft, die Fortführung des Braunkohletagebaus, die Flächenversiegelung und der Artenverlust über unser Land hinwegrollt? Und welche Macht hat jeder Einzelne von uns, den Rotmilan zu retten, wenn der Durchschnittsbürger nur noch 5 Vogelarten kennt? Quo vadis, Brandenburgia?

Wenn er uns auch nicht auf alle unsere Fragen eine Antwort geben kann, so ist er doch derjenige, der das Ziel am Besten kennt - Michael Succow. Als Initiator des ostdeutschen Nationalparkprogramms und langjähriger Lehrstuhlinhaber der Geobotanik und Landschaftsökologie an der Universität Greifswald hat er einen umfassenden Einblick in historische Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen des Naturschutzes, aus dem er präzise Forderungen für ein Umdenken im Umgang mit der Natur entwickelt. Die Schlüsselwörter seiner eigenen Stiftung zum Schutz der Natur lauten „Erhalten„ und „Haushalten„, denn er appelliert an die Gesellschaft, Natur nachhaltig zu nutzen, ökologische Leistungen und ethische Werte der Natur anzuerkennen und zu bewahren und von der Natur zu lernen.

Vieles und Viele hat Michael Succow bewegt. Deshalb haben wir genau ihn eingeladen, zu ehrenamtlichen Naturschützern über die Entwicklungen in Brandenburg zu sprechen. Da er selbst ein Kind Brandenburgs ist, liegt ihm unsere Natur persönlich am Herzen und so hat er sich ein kostbares Gut, seine Zeit, genommen, um zu uns zu kommen. Lassen wir uns anstecken von dem Mann, der Hoffnung lebt.

Vortrag

Donnerstag, den 03. April 2014, 19:00 Uhr, Lindenstr. 7, Frankfurt (Oder)
"Seeschwalben und die graue Möwen-Verwandtschaft"
Toni Becker
(NABU KV Fürstenwalde)

Das klassische Vogelbeispiel aus der japanischen Faltkunst des Origami ist der Kranich. Dies erklärt sich jedoch weniger durch Körperbau und -masse des Kranichs als vielmehr durch seine Schlüsselrolle in der japanischen Mythologie. Denn der wahre Papiervogel ist die Seeschwalbe. Seeschwalben sind kleine, zart gebaute Seevögel, die mit ihrer Leichtigkeit und Eleganz im Flug wie Papier durch die Luft gaukeln. Dieser Flugkunst ist es wohl auch zu verdanken, dass die mit 40.000 km beeindruckendste Zugstrecke der Vogelwelt von einer Seeschwalbe, der Küstenseeschwalbe, zurückgelegt wird. Kein Wunder also, dass viele Ornithologen eine besondere Faszination für die hübschen Papierflieger hegen.

Diese Faszination wollen wir mit einem Vortrag über Seeschwalben und ihre Verwandten, die Möwen, untermauern. Dazu haben wir einen Ornithologen eingeladen, der sich von Kindesbein an besonders für diese Vogelfamilie begeistern kann und trotz seiner Jugend bereits seit über 30 Jahren ehrenamtlich Trauerseeschwalben in und um Berlin betreut. Toni Becker beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Ornithologie, war Zootierpfleger und studierte Geographie und arbeitet heute selbständig als ornithologischer Gutachter. Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Ornithologen (ABBO) ist er besser bekannt als der Mann, der jede Vogelart an nur einer Feder erkennen kann und ehrenamtlich das Mitteilungsblatt "Otis" lektoriert.

In diesem Vortrag möchte Toni Becker neben der Vorstellung des Trauerseeschwalben-Projekts auch praxiswirksame Hinweise zur Bestimmung von Seeschwalben und Möwen vermitteln. Darüber wird die Effizienz künstlicher Nisthilfen, die Rolle des ehrenamtlichen Naturschutzes für die Arterhaltung und den menschlichen Einfluss auf die Lebensräume der Möwenartigen am Beispiel Berlins und Brandenburgs diskutiert. Wir möchten daher neben allen interessierten Laien vor allem jene Naturschützer einladen, die sich ebenfalls für die Seeschwalben einsetzen und ihre eigene Arbeit mit dem Vortragenden diskutieren möchten.

Vortrag

Donnerstag, den 06. März 2014, 20:00 Uhr, Lindenstr. 7, Frankfurt (Oder)
"Amphibienschutz am Parsteiner See"
Johannes Giebermann
(Dipl.-Ing.(FH) Landschaftsnutzung und Naturschutz)

Für viele Menschen geht eine Autofahrt an einem milden Frühjahrsabend mit Gedanken einher, die von der Realität am Straßenrand viel weiter weg sind als es die räumliche Nähe vermuten lässt. Dabei beginnt jetzt die Zeit der Amphibienwanderung. Im ganzen Land nutzen Kröten, Frösche, Unken und Molche nun die milden, feuchten Abendstunden, um sich auf den langen, gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern zu machen. Dabei werden Millionen von ihnen die Überquerung von Straßen durch Verkehr, Gullys und Bordsteinkanten zum Verhängnis.

Zum Glück engagieren sich vielerorts ehrenamtliche Naturschützer, um Amphibien an solchen Straßen, wo sich Wanderungen aufgrund der Gewässerlage besonders konzentrieren, die gefahrlose Überquerung durch Schutzanlagen wie Zäune oder Tunnel zu ermöglichen. Diese Anlagen müssen jedoch aufwändig gepflegt und kontrolliert werden und können deshalb eben nur begrenzt zum Einsatz kommen. Doch wie effektiv sind Schutzzäune und Tunnel eigentlich? Wie viele Individuen würden es ohne unsere Hilfe lebend zu ihren Laichgewässern schaffen? Und wie unterscheiden sich diese Zahlen zwischen den verschiedenen Amphibienarten?

Mit diesen und weiteren Fragen hat sich Johannes Giebermann in einer Untersuchung am Parsteiner See im Kreis Barnim beschäftigt. Der Parsteiner See zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Amphibienarten aus, unter denen auch seltenere Arten wie der Laubfrosch hohe Zahlen erreichen. Da jedoch auch hier die Wanderrouten der Tiere durch zum Teil vielbefahrene Straßen zerschnitten sind, werden Schutzzäune und -tunnel zu wichtigen Werkzeugen des Naturschutzes. In einem Vortrag möchte uns Johannes Giebermann deshalb einen Einblick in die Artenvielfalt des Parsteiner Sees geben und die Ergebnisse seiner Untersuchungen zu der Effektivität verschiedener Schutzmaßnahmen mit Schwerpunkt auf den Laubfrosch vorstellen. Wir freuen uns auf einen interessanten Abend mit einem engagierten Amphibienschützer.

Vortrag

Donnerstag, den 27. Februar 2014, 18:00 Uhr in der Kulturfabrik Fürstenwalde
"Heimische Rabenvögel"
Dr. Carsten Hinnerichs
(NABU Belzig)

Historisch haben Rabenvögel ein beispielloses Auf und Ab in ihrer Bedeutung für den Menschen erfahren. Während sie noch vor der Christianisierung für weise Götterboten gehalten wurden, dominierte danach der Ruf des Teufelsvogels und des Boten für Tod und Unglück. Noch heute schaudert mancher beim Anblick großer Versammlungen von Krähen und Raben. Dabei ist das Schauermärchen, dass Kolkraben Haustiere töten oder ihnen bei lebendigem Leibe die Augen aushacken, heute ebenso widerlegt wie das Überhandnehmen der Elstern, welches tatsächlich auf einen Rückzug der Vögel in menschliche Siedlungen zurückzuführen ist, nachdem sie die Intensivierung der Landwirtschaft aus ihrem natürlichen Lebensraum vertrieben hat.

So wie das Schwarz im Gefieder des Rabenvogels bei nahem Hinsehen bunt schillert, ist auch sein Verhalten faszinierend und alles andere als furchteinflößend. Tatsächlich ist der Rabe eines der beliebtesten Modelle in der Verhaltensforschung, um besondere Fähigkeiten wie Lern- und Erinnerungsvermögen oder sogar Kommunikation mit Gesten zu untersuchen. Hierbei macht er selbst den Menschenaffen Konkurrenz.

Um uns alle auf den aktuellen Wissensstand zu bringen, haben wir daher Dr. Carsten Hinnerichs eingeladen, uns einen Einblick in die heimischen Rabenvögel zu geben. Dr. Hinnerichs hat über Kolkraben promoviert und verfolgt durch seine Arbeit als Kartierer und Mitglied des NABU Belzig aktuelle Entwicklungen zum Thema.

Exkursion

Samstag, den 15. Februar 2014, 10:00 Uhr in Kienitz
"Lebensraum Kopfweide"
Thomas Förder (NABU Regionalverband "Oderland")

Wenn sie auch heute ihren wirtschaftlichen Nutzen verloren haben, so pflegen wir Naturschützer sie doch mit großem Einsatz – unsere Kopfweiden. Jeder Baum bildet ein einzigartiges Biotop aus Hohlräumen, Totholz und Dickicht, in dem zahlreiche Tier- und Pflanzenarten leben können. Zu den bedeutendsten Tierarten gehören etwa höhlenbrütende Vögel wie der Waldkauz, Käfer wie der bedrohte Moschusbock, Fledermäuse wie der Große Abendsegler und bis zu 160 Schmetterlingsarten.

Thomas Förder, Historiker und Mitglied des NABU "Oderland", wird uns während einer kleinen Führung zu den im Oderbruch so typischen Bäumen einen Überblick über die natur- und kulturhistorische Bedeutung der Kopfweiden geben.

Vortrag

Dienstag, den 11. Februar 2014, 18:30 Uhr, im Haus der Künste, Lindenstr. 7, Frankfurt (Oder)
"Männchen-Weibchen-Beziehungen in der Vogelwelt"
Dr. Ernst Paul Dörfler

Vögel verkörpern für uns häufig das Symbol für Einehe und Treue. Bei den meisten Arten beobachten wir zwei eifrige Elternteile an einem Nest, die nicht nur gemeinschaftlich brüten, sondern sich auch nach dem Schlupf der Jungen den beeindruckenden Kraftaufwand der Fütterung teilen. Wer käme da schon auf die Idee, dass die Jungen, für die sich das Männchen so sehr aufopfert, gar nicht seine eigenen sind? Und wer würde annehmen, dass die Jungen eben dieses Männchens tatsächlich im Nest des Nachbarreviers sitzen? Ob es nun unser Klammern an Wunschvorstellungen ist oder einfach nur mangelnde Kenntnis, wir müssen uns damit abfinden, dass Kuckuckseier nicht nur vom Kuckuck stammen.

Das Geheimnis scheinbar unerklärlicher Phänomene wie die der Mehrfachverpaarung bei sozial paarlebenden Vögeln liegt tief in den Mechanismen der Evolution begründet. Tatsächlich profitieren beide Geschlechter mehr von dem evolutionären Hintertürchen der Untreue als sie es von unserem moralischen Ideal der Treue täten. Wie kann das sein? Und worin liegen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Vogelarten? Und warum? Viele Naturschützer sind ornithologisch interessiert und beobachten regelmäßig Vogelbruten in der Natur, ohne jedoch genaue Kenntnis über Partnerzusammensetzung und Vaterschaften zu haben. Da das Interesse an solchen Fragen jedoch groß ist, haben wir Dr. Ernst Paul Dörfler eingeladen, um uns einen verständlichen und unterhaltsamen Einblick in neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu Männchen-Weibchen-Beziehungen in der Vogelwelt zu geben.

Dr. Dörfler ist Mitbegründer der Grünen Partei der DDR und Autor von Büchern wie etwa „Zurück zur Natur?„. Für sein jahrzehntelanges Engagement im Umweltschutz wurde er mit dem EuroNatur-Preis ausgezeichnet. Wir freuen uns nicht nur auf einen humorvollen Einblick in die Vogelwelt, sondern auch auf spannende Gespräche mit einem willensstarken Kämpfer für die Natur.

Vortrag

Donnerstag, den 28. November 2013, 19:00 Uhr, im Ökospeicher Wulkow
"Der Biber in Ostbrandenburg"

Antje Reetz (Bibermanagerin des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch)

„Gefährliches Tier mit 5 Buchstaben; an zweiter Stelle ein ‚i’“ „Tiger!“, sagt der Naturschützer. „Biber!“, sagt der Landwirt. „Der Biber ist ein Landschaftsgestalter“, sagt der Naturschützer. „Der Biber gehört nicht in unsere Agrarlandschaft“, sagt der Landwirt.
Wo der Biber sich ansiedelt, entstehen nicht nur Wassergräben, sondern auch Gräben zwischen Menschen – jenen, die sich an der Rückkehr einer fast ausgerotteten Spezies erfreuen und jenen, die Bokerts einstige Heimat inzwischen für sich beanspruchen. Aber stehen sich hier wirklich zwei Gegensätze gegenüber oder argumentieren wir nur aneinander vorbei? Ist ein Kompromiss möglich oder überhaupt erwünscht? Wer ist schuld? Und wer soll das bezahlen? Geht es hier überhaupt noch um den Nager oder finden wir in ihm nur einen Sündenbock für politische Fehlentscheidungen?

Kein anderes Thema wird in Brandenburg so heiß diskutiert wie die Rückkehr des Bibers. Und kaum ein anderes Thema entzweit selbst die Naturschützer untereinander. Deshalb möchten wir uns dem Biber widmen und zu einer sachlichen Auseinandersetzung einladen. In einem Vortrag wird Antje Reetz, Bibermanagerin des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch (GEDO), nicht nur die Lebensweise des Bibers beleuchten, sondern auch die Konflikte, die mit dieser einhergehen. Dabei wird sie nicht nur einen persönlichen Einblick in das Bibermanagement der Oderregion geben, sondern auch über die Zukunft von Biber und Mensch mit uns diskutieren.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Ökospeicher e.V. statt.

Abendwanderung

Donnerstag, den 26. September 2013, 19:00 Uhr, im Lennépark, Frankfurt (O.)
"Fledermäuse (flug-)hautnah"

Sie polarisieren wie kaum ein anderes Säugetier. Die Einen finden sie eklig und fürchten sich vor ihnen; die Anderen sind von ihnen fasziniert und fühlen sich magisch von ihnen angezogen. Fledermäuse umgeben uns allabendlich und entziehen sich doch so oft unserer Aufmerksamkeit. Jetzt im Herbst sind letzte Zwerg-, Fransen- und Wasserfledermäuse sowie unsere großen Abendsegler in Vorbereitung auf die nahende Winterruhe nochmal sehr aktiv. Sie müssen nicht nurWinterquartiere finden, sondern sich auch ein Fettpolster anfressen, von dem sie bis ins Frühjahr zehren können.

Auf einer abendlichen Wanderung möchten wir diese Woche anbieten, unter der Leitung von Gernot Preschel die letzten aktiven Fledermäuse dieses Jahres zu finden und aus der Nähe zu betrachten. Als begeisterter Experte für die fliegenden Wunder wird sich der BUND-Vorsitzende mit uns im Lennépark auf die Suche nach den Tieren begeben und dabei Kartierungstechniken wie Lauterfassung und Netzfang vorführen und erläutern.

Besichtigung

Samstag, den 21. September 2013, 15:00 Uhr, in der Lindenstr. 20 in Quappendorf
"Ökologische Erzeugung und Verarbeitung von Schafsmilch für die regionale Vermarktung"
Amelie & Franziska Wetzlar
(Betreiberinnen des Milchschafhofes Pimpinelle)

Es gehört zu den ältesten Haustieren des Menschen, liefert sowohl Fleisch, Milch als auchWolle und ist unverzichtbarer Partner der Landschaftspflege und des Naturschutzes: das Schaf. Nachdem wir uns während der Trockenrasen-Veranstaltung Anfang August ein Bild von der Rolle von Schafen beim Erhalt unserer Trockenrasen gemacht haben, möchten wir uns nun mit Produktion und Marketing nachhaltiger Schäferei beschäftigen. In Zeiten, in denen Landschaftspflege allein kein Einkommen mehr sichert, profitieren Schäfer vorwiegend von der regionalen Vermarktung ökologisch erzeugter Milch- und Fleischprodukte.

Ein besonders beeindruckendes Beispiel für nachhaltige, regionale Erzeugung stellt der Milchschafhof Pimpinelle in Quappendorf
(Oderbruch) dar. Im Familienbetrieb werden hier Milch- und Fleischprodukte einer kleinen Herde Ostfriesischer Milchschafe erzeugt,
verarbeitet und in der Region und in Berlin vermarktet. Dabei achten die Betreiberinnen Amelie und Franziska Wetzlar nicht nur bei der Haltung der Tiere, sondern auch bei der Führung des Betriebes auf Nachhaltigkeit in der Nutzung von Wasser und Energie. Diese Vorbildfunktion nehmen wir zum Anlass, ehrenamtlichen Naturschützern in einer Führung Einblick in die Arbeit des Familienbetriebes zu geben.

Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. 0335 / 680 31 79 oder per E-Mail info@lpv.mittlere-oder.de

Exkursion & Pflegeeinsatz

Samstag, den 03. August 2013, 09:00 Uhr, im NSG Zeisigberg bei Wuhden
"Faszination Trockenrasen’"
Dr. Frank Zimmermann
(Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz)

Was zunächst „trocken„ klingt, ist tatsächlich die artenreichste Grünlandgesellschaft, die unsere Landschaft zu bieten hat. Trockenrasen sind durch menschliche Eingriffe wie Mahd oder Beweidung entstandene Lebensräume auf trockenen, sonnenexponierten und nährstoffarmen Standorten, welche eine Vielzahl seltener Pflanzen- und Tierarten beherbergen. Ihre extremen Lebensbedingungen erfordern ungewöhnliche Überlebensstrategien, die solche Wildkräuter und Gräser meistern, welche unter anderen Bedingungen konkurrenzschwach wären. So finden sich auf Trockenrasen seltene Pflanzenarten wie Küchenschellen, Adonisröschen, Enzian oder die Sand-Strohblume. Auch die Tierwelt der Trockenrasen hat viele Seltenheiten zu bieten, wie den Raubwürger, den Wiedehopf, die Zauneidechse sowie eine reiche Vielfalt an Insekten und Spinnen.

Die größten deutschen Flächenanteile an Trockenrasen finden sich hier bei uns in Brandenburg. Wir möchten deshalb diesen ganz besonderen Lebensraum bei einer Exkursion in das NSG Zeisigberg bei Wuhden - einem repräsentativen Bestandteil des großen FFH-Gebietes „Trockenrasen am Oderbruch„ - genauer vorstellen. Dazu haben wir zwei Trockenrasen-Experten eingeladen - Dr. Frank Zimmermann vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, und Katrin Todt, Landwirtin, Ökologin und Schäferin im Nebenerwerb. Beide Referenten werden einen umfangreichen Einblick in Theorie und Praxis des Naturschutzes vor Ort geben.

Da Trockenrasen regelmäßig gemäht oder beweidet werden müssen, wollen wir anschließend an die Exkursion zu einem praktischen Pflegeeinsatz auf dem Zeisigberg einladen. Wer an dem Einsatz teilnehmen möchte, denke bitte an Arbeitskleidung und -handschuhe.

Nähere Informationen erhalten Sie unter Tel.: 0335-6803179.

Info-Veranstaltung und Exkursion

Donnerstag, den 25. Juli 2013, 16:00 Uhr, Leipziger Platz in Frankfurt (Oder)
"Vom richtigen Umgang mit gesundheitsgefährdenden Neophyten’"
Hubert Storch
(Leiter der Fachgruppe Botanik, NABU/O.)

Eine wichtige Aufgabe des Naturschutzes ist die Kontrolle und Bekämpfung von Neophyten. Neophyten sind gebietsfremde, von Menschen eingeschleppte Pflanzen, die sich unter den hiesigen Bedingungen ausbreiten und sich gegen die hier heimischen Pflanzen durchsetzen können. Von Neophyten geht dabei nicht nur die Gefahr der Verdrängung heimischer Pflanzenarten aus, sondern in manchen Fällen auch eine Gesundheitsgefahr für Menschen. Berühmte Beispiele für gesundheitsgefährdende, schwer zu kontrollierende Neophyten sind bei uns der aus dem Kaukasus eingeschleppte, giftige Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) sowie die hochallergene Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) aus Nordamerika.

Da die Bekämpfung von Neophyten zum Erhalt unserer heimischen Pflanzenwelt ein wichtiges Thema im Naturschutz ist, wollen wir zu einer Veranstaltung einladen, die sich beispielhaft mit Ambrosia befasst. Hubert Storch, Leiter der Fachgruppe Botanik des NABU Frankfurt (Oder), möchte mit uns einen Bestand der Pflanze am Leipziger Platz in Frankfurt (Oder) besuchen, um uns mit einem sehr problematischen Neophyten vertraut zu machen. Dabei soll neben dem sicheren Umgang mit dieser gesundheitsgefährdenden Pflanze ihre Unterscheidung von leicht zu verwechselnden Arten wie etwa dem Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris) im Vordergrund stehen.

Wichtig: Auch wenn wir den Termin vor die Blütezeit der Ambrosia gelegt haben, möchten wir insbesondere Pollenallergiker auf die Gefahr von allergischen Reaktionen hinweisen. Wegen der Gesundheitsgefährdung wird allen Teilnehmern dringend das Tragen von Handschuhen und Mundschutz empfohlen wird. Beides wird von uns vor Ort zur Verfügung gestellt.

Nähere Informationen erhalten Sie unter Tel.: 0335-6803179.

Bestimmungsübung

Freitag, den 05. Juli 2013, 14:00 Uhr, südlich der Autobahn A12 bei Markendorf
"Blütenpflanzen urbaner Trockenrasen’"
Hubert Storch
(Leiter der Fachgruppe Botanik, NABU Frankfurt/O.)
und
Johannes Giebermann (LPV Mittlere Oder e.V.)

Diese Woche möchten wir einladen zu einer gemeinsamen Pflanzenbestimmung auf dem Gelände einer Stromtrasse in Markendorf. Durch die regelmäßige Mahd zur Offenhaltung der Schneise und die seltene Anwesenheit von Menschen herrschen dort beste Bedingungen für den Erhalt einer hohen Artenvielfalt. Seine exponierte Lage und der nährstoffarme Boden bietet hier gute Bedingungen für Pflanzen, die wir sonst nur aus geschützten Trockenrasen entlang der Oderhänge kennen.

Wir möchten deshalb auf dieser Fläche gemeinsam mit der Fachgruppe Botanik des NABU Frankfurt (Oder) unter der Leitung von Hubert Storch auf Entdeckungstour gehen. Dabei soll das Erlernen der eigenständigen Bestimmung von Blütenpflanzen mittels Fachliteratur im Vordergrund stehen. Außer Schutz vor der Witterung, guter Laune und Neugier brauchen Sie nichts mitzubringen.

Exkursion

Freitag, den 17. Mai 2013, 6:00 Uhr, in den Oderwiesen nördlich von Frankfurt (Oder)
"Vogelwelt des FFH-Gebietes 'Oderwiesen nördlich Frankfurt’"
Joachim Becker
(Ornithologe, NABU Kreisverband Frankfurt (Oder))

Direkt vor den Toren Frankfurts liegt ein kleines Paradies- das FFH-Gebiet "Oderwiesen nördlich Frankfurt". Auf 212 ha Nassbrachen brüten dort seltene Vogelarten wie der Vogel des Jahres, die Bekassine, Kiebitz, Schwarzmilan sowie seltene Seeschwalben wie Fluss- und Trauerseeschwalben. Der geduldige Beobachter kann selbst Weißflügel-Seeschwalben, Raubwürger und Wendehals im Gebiet entdecken.

Wir freuen uns ganz besonders, dass wir keinen geringeren als den ehrenamtlichen FFH-Gebietsbetreuer und über die Grenzen Europas hinaus angesehenen Ornithologen Joachim Becker für eine genauere Erkundung der nördlichen Oderwiesen gewinnen konnten. Joachim Becker arbeitet seit 40 Jahren im Gebiet, um Brutvögel und Nahrungsgäste zu erfassen. Über lange Jahre war er selbst an einer wissenschaftlichen Studie zu Nachtigall, Sprosser und deren Hybriden beteiligt, in deren Rahmen er Tausende Singvögel fangen und beringen konnte.

In einer Exkursion in das FFH-Gebiet der nördlichen Oderwiesen möchten wir nun ehrenamtlichen Naturschützern die Möglichkeit bieten, Vogelfang und -beringung (Theorie), wissenschaftliche Methoden der Ornithologie und die Arbeit eines FFH-Gebietsbetreuers kennenzulernen. Aufgrund seiner Spezialisierung auf dem Gebiet der Hybridisierung von Nachtigall und Sprosser soll in einem Theorie-Teil außerdem die Unterscheidung zweier nah verwandter Singvögel erlernt werden.

Vortrag

Donnerstag, den 27. April 2013, 14.00 Uhr, Chausseehaus, Torfhaus 16 (an der L23) in Strausberg (OT Torfhaus)
"Vielfalt Moor"
Prof. Dr. Vera Luthardt (Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde)

mit anschließender Exkursion (ca. 15.00 Uhr) in das NSG Lange-Damm-Wiesen unter Leitung durch
Gerd Haase (NABU RV Strausberg-Märkische Schweiz e.V.)
"Regeneration von Mooren am Beispiel der Lange-Damm-Wiesen"

Nicht ohne Grund wurde die Bekassine vom NABU zum Vogel des Jahres 2013 gewählt. Denn die Zerstörung ihres Lebensraumes- Moore und Feuchtwiesen- ist ein immerwiederkehrendes Thema im Naturschutz. Entwässerung, Eutrophierung und Torfabbau haben bis heute 95% der deutschen Moore zerstört und noch immer werden neue Flächen für intensive Landnutzung trockengelegt. Dabei zerstören wir mehr als einen wertvollen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Wir verlieren auch eine Naturressource von großer Bedeutung für Klimaschutz, Hochwasserschutz und einen gesunden Wasserhaushalt.

Weil Moore von so großer Bedeutung für den Naturhaushalt sind und faszinierende Moorlandschaften direkt vor unserer Haustür liegen, möchten wir zu einem Moorschutz-Tag in Torfhaus/Strausberg einladen. Vera Luthardt, Professorin im Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und Vorsitzende des Naturschutzbeirates des Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV), hat als Expertin für Moorkunde und –management am Umsetzungsprogramm Moorschutz für Brandenburg mitgearbeitet. Sie wird über die Ökologie und den Schutz von naturnahen Mooren referieren sowie die derzeitigen Handlungsschwerpunkte umreißen. Direkt im Anschluss bieten wir allen Teilnehmern eine Moorexkursion in das faszinierende Naturschutzgebiet der Langen Dammwiesen unter der Leitung von Gerd Haase. Gerd Haase setzt sich seit 30 Jahren aktiv für den Erhalt und die Pflege der Lange-Damm-Wiesen ein und wurde dafür im Jahr 2002 mit dem Naturschutzpreis der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg ausgezeichnet. Alle Teilnehmer können sich also auf einen spannenden Tag in einem wunderschönen Naturschutzgebiet mit kompetenten Ansprechpartnern freuen.

Vortrag

Donnerstag, den 21. März 2013, 18.30 Uhr, Albert-Schweitzer-Oberschule in Beeskow
"Wie kommen wir zu lebendigen Wäldern, Flüssen und Meeren? - Perspektiven einer Biodiversitätspolitik aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe"
Ulrich Stöcker
(Leiter Naturschutz, Deutsche Umwelthilfe e.V.)

Klimawandel, Wind- und Solarparks, neue Stromtrassen, Monokulturen von Energiepflanzen, Massentierhaltung, Flughafen- und Straßenbau, Ausbeutung der Meere. Das alles ist nur ein kurzer Ausschnitt der Probleme, mit denen sich der Naturschutz jetzt und in Zukunft konfrontiert sieht. Aber wie wird es weitergehen? Welche Möglichkeiten haben wir als Naturschützer, den Schwund an biologischer Vielfalt aufzuhalten, wenn die Politik auf schnelle Erlöse setzt?

Das alles sind Fragen, die uns tagtäglich bewegen und uns Angst vor der Zukunft bereiten. Wir möchten deshalb zu einem Vortrag und einer lebhaften Diskussionsrunde mit Ulrich Stöcker einladen. Ulrich Stöcker ist Leiter der Abteilung Naturschutz und Biodiversität der Deutschen Umwelthilfe e.V. und setzt sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt in unterschiedlichsten Lebensräumen ein. Durch die Projekte zur Vernetzung von Biotopen, ökologischen Hochwasserschutz, nachhaltige Fischereipolitik und Umweltbildung bei der Deutschen Umwelthilfe sowie seine langjährige Erfahrung als Grundsatzreferatsleiter im Brandenburgischen Umweltministerium ist Ulrich Stöcker ein kompetenter Ansprechpartner auf dem Gebiet Naturschutz und Umweltpolitik. Wir freuen uns daher ganz besonders auf seine Sicht zu den aktuellen Entwicklungen und seine Ideen, wie Naturschutz auch in Zukunft funktionieren kann.

Vortrag

Samstag, den 23. Februar 2013, 16:00 Uhr, Gaststätte und Pension "Zur alten Stadtmauer" in Strausberg
"Der Tanzbär im Käfig und der Langweiler im Wald – Kinder- und Jugendarbeit als ein Lösungsansatz für die Nachwuchsprobleme im Naturschutz"
Roland Boljahn (Landesbetrieb Forst Brandenburg / Waldschule Am Rogge-Busch)

Der ehrenamtliche Naturschutz in Brandenburg kämpft längst nicht mehr allein für den Erhalt der Natur, sondern zusehends auch um die eigene Kraft. Denn der demographische Wandel und die Verschiebung der Wertvorstellungen junger Menschen hat eine Lücke in die eigenen Reihen gerissen. Vielerorts haben wir vielleicht zu lange gewartet, uns dem Problem zu widmen. Dort ist die Lücke zwischen den ehrenwerten Gründungsmitgliedern einer Gruppe und den jungen Menschen so groß geworden, dass ein Austausch zwischen beiden unmöglich erscheint.

Aber ist die Lage wirklich hoffnungslos? Lassen sich die jungen Menschen von heute nicht mehr für die Natur begeistern? Doch!, sagt Roland Boljahn. Es kommt nur auf die Methode an! Der gelernte Forstwirtschaftsmeister und Umweltpädagoge begeistert jedes Jahr 147 Schulklassen aus 41 Schulen in der Waldschule Am Rogge-Busch in Müllrose. Mit modernen pädagogischen Ansätzen gibt er Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, das Ökosystem Wald mit allen Sinnen zu erforschen. Dabei beweist er ein beispielloses Geschick, sich in die Bedürfnisse der jungen Menschen einzufühlen und ihren Teamgeist, ihre Neugier, ihren Abenteuergeist und ihre gestalterischen Fähigkeiten einzusetzen. Wir freuen uns daher ganz besonders, dass Roland Boljahn innerhalb unseres Projekts seine Kenntnisse und Erfahrungen teilen möchte, um im Bemühen um den Nachwuchs im Naturschutz in Brandenburg eine erste Kerze zu entzünden.

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